Frankfurt braucht eine neue Initiative für Wohnraum für alle. Frankfurt ist eine Stadt im Wachstum. Die Bevölkerungszahl ist gestiegen und die Prognosen gehen davon aus, dass die Wohnbevölkerung im nächsten Jahrzehnt weiter zunehmen wird.
Mit dem Druck auf den Wohnungsmarkt steigt die Gefahr der Segregation, der Entmischung der Bevölkerungsstrukturen in den einzelnen Stadtteilen und Wohnquartieren. Die für Frankfurt so wichtige internationale Mischung im Gleichgewicht ist gefährdet und in einigen Stadtteilen hat die "Gentrifizierung" bereits deutliche Spuren hinterlassen, die Verdrängung der angestammten Einwohner schon stattgefunden.
Ein öffentliches Eingreifen ist notwendig, um diese bedrohliche Entwicklung zu verhindern oder zumindest einzudämmen. Das Recht auf Wohnen in der Stadt gehört allen Bürgern.
Wir haben uns daher die Frage gestellt:
Dabei sind wir auf das Philosophicum gestoßen, das nunmehr seit 10 Jahren leer steht. Das Gebäude hat darunter augenschweinlich sehr gelitte. Jedoch auch bekannte Architekten sind der Meinung dass die Subtanz des Gebäudes einer Sanierung unbedingt wert ist und seit Jahren liegt ein Vorschlag vor, der die Umnutzung dieses Gebäudes in Wohnraum empfiehlt.
Der Architekt Kramer selber sagte zu dieser Frage bei der Einweihung:
„Der Architekt muss Räume vergrößern und verkleinern können, eventuell auch Stockwerke zu einer Einheit zusammenfassen, er muss mit einem Wort ‚montieren'. Dieses Gebäude ist im Wesentlichen ein Montagebau.“
Ferdinand Kramer zur Übergabe des Gebäudes 1960.
Das Philosophikum, das 1960 bereits als flexibles Gebäude geplant und realisiert wurde, bietet heute hervorragende Voraussetzungen für eine Konversion in Wohnräume und Kleingewerberäume.
Das neungeschossige Gebäude mit knapp 7000 qm steht auf dem Campus Bockenheim zwischen dem Studierendenhaus und dem Studentenwohnheim an der Bockenheimer Landstraße.Dieser Campus Teil grenzt an das Jügelhaus (dem bisherigen Hauptgebäude der Goethe-Universität) In diesem Bereich des Campus sollen nach der bisherigen Planung im Rahmen des Kulturcampus Gebäude entstehen, die kulturellen Nutzungen dienen sollen. In diesem Karee stehen Bauten von 1905, Bauten der Nachkriegszeit und des jetzigen Jahrhunderts und sind damit Epochengeschichte.
Mitte letzten Jahres traf sich im Stadtteilbüro erstmals eine Gruppe von Menschen, die von der Idee im Philosophicum zu wohnen fasziniert waren. Schon Jahre vorher hatte der Franfurter Stadtplaner DiWi Dreysse einen Entwurf vorgelegt, der aufzeigte, welches Potential dieses Gebäude als Wohngebäude hat. Nach ausführlicher Diskussion wurde von uns eine Broschüre „Wohnen im Philosphicum“ erstellt, um die Ergebnisse der Diskussion einer größeren Öffentlichkeit und auch der „Politik“ vorzustellen. Ermutigt durch die Resonanz vieler Bürger, unter anderem auch durch den Zuspruch der OB, die „experimentelles“ Wohnen an diesem Ort befürwortet, entschlossen wir uns zu dem Schritt auf eine Genossenschaft zuzugehen. Das Projekt Philosophicum ist nunmehr ein Projekt, das von der wohngeno realisiert werden wird.
Das Projekt Wohngeno ist eine Initiative von Fachleuten für gemeinschaftliche Wohnprojekte und wurde als Genossenschaft gegründet. Die Initiatoren verfügen alle über langjährige Erfahrungen in der wohnungswirtschaftlichen Praxis genossenschaftlicher Projekte und in der Beratung und Entwicklung gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Die im bisherigen Arbeitszusammenhang entstandenen Wohnungsbauvorhaben sind konzeptionell innovativ und wurden architektonisch als vorbildlich ausgezeichnet. Die Charta Philosophicum ist das Ergebnis der Diskussion von der Projektgruppe Wohnen im Philosophicum und wohgeno. Sie ist die Grundlage für die Mitarbeit in der Gruppe „Wohnen im Philosophicum in der wohngeno“.
Die Treffen für Interessenten an dem Projekt werden auf der Veranstaltungsseite und durch unseren Rundbrief bekannt gegeben.