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Erster Bauabschnitt am Depot | Mietspiegel | Wohnungspolitik |

Dokumentation der Petion gegen Mietspiegel

Kultur und bezahlbares Wohnen auf dem Campus Bockenheim? Stadt Frankfurt zeigt keinerlei politischen Gestaltungswillen, sondern überlasst die wesentlichen Entscheidungen der ABG Holding.

Eines der Kerngrundstücke für die Kultureinrichtungen und für Wohnen auf dem Campus Bockenheim ist bereits durch die ABG Holding an einen Investor verkauft worden. Der Verkauf erfolgte, bevor ein Bebauungsplan beschlossen wurde. Für diesen ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung erforderlich sowie seine - für den Sommer geplante - Offenlage, um den Bürgern die Möglichkeit des Einspruchs zu geben. Bei dem Grundstück handelt es sich nach Angaben des ABG-Vorsitzenden Frank Junker um die Fläche, auf der sich heute noch die „Alte Mensa“ (früherer Labsaal) befindet. Erst auf wiederholte Anfrage der Bürgerinitiativen beim gestrigen „Runden Tisch“ stellte sich zudem heraus, dass die veräußerte Fläche über dieses an Bockenheimer Landstraße und Senckenberganlage angrenzende Eckgrundstück hinausgeht und Teile des Verbindungsbaus zum Sozialzentrum/Neue Mensa mit einbezieht.
Um welche Fläche es sich genau handelt, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen. Möglicherweise ist jedoch die gesamte Fläche entlang der Bockenheimer Landstraße bis zur wieder zu errichtenden „Jügelstraße“ von dem Verkauf betroffen.
Das betreffende Grundstück ist im Strukturplan der Stadt als „Mischgebiet“ ausgewiesen. Neben der kulturellen Nutzung, und zwar im Zentrum stehend die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, können hier laut Plan auch Wohnungen und Gewerbe entstehen.

Mit dem Verkauf dieses Grundstücks durch die 100%ige Tocher der Stadt Frankfurt ABG gibt die Stadt Frankfurt hier komplett den Gestaltungsanspruch auf: Alle Festlegungen über bezahlbaren Wohnraum, der laut Stadt 30 % geförderten Wohnungsbau von allen Wohnbauten betragen soll sind hier wohl erst mal hinfällig. Die Ergebnisse der Planungswerkstätten werden ad absurdum geführt.

Bisher waren Zusagen an formulierte Bürgerinteressen wie der Erhalt des Studierendenhauses, und Zusagen mehr Wohnraum zuzulassen und auch der jetzt immer wahrscheinlicher werdende Erhalt des Philosophicum, der zu 50% für geförderten Wohnraum genutzt werden soll, nur durch intensive Öffentlichkeitsarbeit der Bürgerinitiativen möglich.

Protest, Öffentlichkeit und das Vorbringen klarer Ziele sind dringend nötig

Immer mehr Menschen wollen in Frankfurt wohnen. Der  Mietdruck auf den Stadtteil Bockenheim wächst. Wer jetzt seine Wohnung verlässt oder in Bockenheim eine Wohnung sucht findet in der Preislage unter 11,50 Euro kaum etwas. Die Erfahrung anderer Stadtteile zeigt, das die "Aufwertung" von Wohnquartieren, wie dies auch durch die Entwicklung des Campus Bockenheim zu einem Kulturzentrum der Fall sein wird, weiter steigende Mieten bedeutet. 

Die gewachsene soziale, ethnische und Generationen-Mischung in Bockenheim wird allgemein als ausgewogen und harmonisch wahrgenommen und macht seit Jahrzehnten diesen Stadtteil zu einem der beliebtesten Wohnquartiere. Diese Struktur soll erhalten bleiben. Gentrifizierung, also die Inbesitznahme des Quartiers überwiegend durch Menschen mit höherem Einkommen, bedeutet eine Entmischung dieser gewachsenen Struktur und grenzt immer mehr Menschen mit niedrigem bis mittlerem  Einkommen aus.  Die aktuell durch die ABG Holding geplanten knapp 200 Wohnungen am Parkplatz am Depot werden einen Eigentumswohnungsanteil von 40Prozent haben, obgleich in den letzten Jahren Bockenheim überwiegend Eigentumswohnungen entstanden sind. Eine zentrale Forderung in Zusammenhang mit der Umnutzung des Campus ist der Bau von Mietwohnungen für mittlere und untere Einkommensgruppen. Gleichzeitig sind wir für die Förderung von Bau von Mietwohnungen durch Genossenschaften auf dem Campus Bockenheim, sowie die Förderung von gemeinschaftlichem Wohnen. 

Hier wird beim ersten Bauabschnitt auf dem Campus Bockenheim beim Wohnungsbau neben dem Depot leider zu wenig umgesetzt.

In den nächsten Monaten steht auch die Entscheidung an, ob der Denkmalschutz für die Kramerbauten auf dem Campus Bockenheim bestehen bleibt. Der Erhalt der Kramerbauten ist ein wesentliches Pfand, um eine Geschichts- und Gesichtslosigkeit des neuen Campus Bockenheim zu verhindern. Bei allen Kramer-Gebäuden sind zudem soziale Gründe, jetzige Nutzungen und geplante Nutzungen weitere Argumente für den Erhalt: Die Universitäts-Bibliothek soll Bibliothek bleiben oder einer angemessenen gesellschaftlichen Nutzung gewidmet werden, das Wohnheim wird als Studentenwohnheim dringend benötigt und für das Philosophicum gibt es Vorschläge für eine Wohn - und öffentliche Nutzung. Und Aktive, die das umsetzen wollen. Dieser Bestandserhalt ist wahrhaftig ein Glücksfall für unsere Stadt!

Spannend ist, wie die Stadt an die Planung dessen herangeht, was als Kulturcampus nicht nur in Frankfurt sondern auch international vollmundig angekündigt wurde. Was und wo wird Kulturcampus sein? Bekommt die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst einen angemessenen Platz auf dem Campus und auch die politische Unterstützung, die sie gegenüber dem Land Hessen braucht? Oder bleibt sie erst mal auf dem Abstellgleis, was die Zuweisung des  zukünftigen Hochschulbereichs im nördlichen Bereich des Campus Bockenheim bedeutet. Vom Land Hessen war vorgesehen die Hochschule im Bereich Universitätsbibliothek, Dondorf (jetzige Musikpädagogen Sophienstraße 3) zu platzieren. Mit dem Umzug beider Institutionen, so er überhaupt stattfinden wird - was wir im übrigen nicht hoffen wollen - ist Ende dieses Jahrzehnts zu rechnen. So kann man die Realisierung einer Zusage seitens des Landes auch umgehen. Die Hochschule für Musik braucht einen zentralen Bereich auf dem Campus Bockenheim,

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Presseerklärung der Bürgerinitiativen zum Strukturplan Campus 2012